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Optimismus bei Kindern fördern

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  Was Sie tun können, um ein optimistisches Kind zu erziehen Wenn es um die Frage „Anlage oder Erziehung“ geht, hat die Erziehung einen entscheidenden Einfluss – insbesondere, wenn es darum geht, ein optimistisches Kind großzuziehen . Kinder reagieren sehr sensibel auf das Verhalten und die Haltung ihrer Eltern sowie anderer Erwachsener in ihrem Umfeld. Es gibt viele Wege, ein Kind zu mehr Optimismus zu führen – oder zumindest dazu, das Gute im Leben zu sehen und zu genießen. Mehr zuhören – ohne zu urteilen Wenn Ihr Kind mit Ihnen über seine Sorgen spricht, nehmen Sie es ernst. Spielen Sie seine Gefühle nicht herunter, um es „positiver“ zu stimmen. Kinder erleben Enttäuschungen genauso intensiv wie Erwachsene – und ihre Gefühle sind genauso echt und bedeutsam. Zeigen Sie Ihre eigenen Gefühle Optimismus bedeutet nicht, keine unangenehmen Gefühle zu haben. Es geht vielmehr darum, diese Gefühle zuzulassen und dennoch die positive Seite zu erkennen. Wenn Sie zum Beispiel im...

Ich opfere mich selbst – Warum Selbstaufopferung keine Liebe ist

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  Elternliebe bedeutet nicht Selbstaufgabe. In der Arbeit mit Kindern gehört auch der Kontakt mit den Eltern zu den wichtigsten Aufgaben. Diese Gespräche zeigen immer wieder: Viele Eltern – besonders Mütter – setzen Opferbereitschaft mit Liebe gleich . Opfer = Liebe? Eltern sagen oft Sätze wie: „Ich habe mich für mein Kind aufgeopfert.“ „Ich tue alles für meine Familie.“ Oder: „Eine gute Mutter stellt sich selbst hinten an.“ Doch was passiert, wenn dieses „Hinten anstellen“ bedeutet, sich komplett zu vergessen – bis an die Grenze der Erschöpfung, der Kräfte und der Nerven? Viele Eltern, vor allem Mütter, vernachlässigen ihre eigenen Bedürfnisse : Schlaf, gesunde Ernährung, Arztbesuche, Freizeit, Entspannung. Und viele halten es für „egoistisch“, an sich selbst zu denken – weil wir so erzogen wurden. Das Phänomen der Selbstaufopferung bei Eltern Dieses Muster zeigt sich besonders in Familien mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen oder Entwicklungsstörungen . Hier pas...

Ein unbequemer Gedanke…

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  In der Schule sitzen im selben Klassenzimmer Kinder, die keinerlei Talent für Mathematik haben – und andere, die bei Mathewettbewerben Preise gewinnen. In dieser Klasse sind auch Kinder, die wunderbare Aufsätze schreiben (und dafür Auszeichnungen bekommen) – und solche, die kaum einen Satz formulieren können, dafür aber außergewöhnlich gut zeichnen. Dort finden sich auch zukünftige Sportler – und einige, die eines Tages vermutlich als Verwaltungsangestellte arbeiten werden: durchschnittliche Schüler, die aber zufrieden und glücklich mit ihren durchschnittlichen Noten sind. Und das ist völlig in Ordnung. Denn was würden wir ohne all die Menschen tun, die jeden Tag zuverlässig für uns da sind, keinen Hochschulabschluss haben, aber ihren Beruf gewissenhaft und mit Verantwortung ausüben – und so der Gemeinschaft dienen? Ich erinnere mich an wunderbare Krankenschwestern , als ich mir das Bein gebrochen hatte… Mit ihrer Menschlichkeit und ihrem warmen Wesen haben si...

Umleitung (oder: Der Umweg ist oft der kürzere Weg)

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  Wenn es – und das ist fast immer der Fall – Fächer gibt, die ein Kind gerne lernt, dann können wir genau diese als Brücke nutzen, um das zu fördern, was ihm schwerfällt. Ich arbeitete zum Beispiel mit einem Mädchen, das mit 15 Jahren noch kein Deutsch sprach. Ihre Stärke war die Mathematik – also habe ich sie genutzt, um ihr nebenbei neue deutsche Wörter beizubringen. Während sie Rechenaufgaben löste, lernte sie im Tun – ganz natürlich und ohne Druck – neue Begriffe. Diesen Prozess ergänzte ich mit kleinen, humorvollen Geschichten – eigentlich mathematische Aufgaben, aber in erzählerischer Form, illustriert mit Zeichnungen, passend zur Jahreszeit, zu Feiertagen oder Geburtstagen. Ein Beispiel: Eine „mathematische Aufgabe“ handelte davon, dass verschiedene Tiere gemeinsam Silvester feiern. Sie wandern durch einen verschneiten Tannenwald, zählen die Bäume, die Tiere und die Geschenke vom Weihnachtsmann – und dabei wird gerechnet: multipliziert, dividiert, addiert. G...

Überfluss macht dumm

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  So einfach und zugleich treffend formuliert – und im Einklang mit der Forschung: Überfluss macht dumm Das menschliche Gehirn ist in seinen kognitiven Möglichkeiten begrenzt – das wissen wir längst. Doch diese Begrenzung betrifft nicht nur das Denken an sich, sondern auch die Entscheidungsfähigkeit . Je mehr Entscheidungen wir im Laufe eines Tages treffen müssen, desto stärker ermüdet unser Gehirn – und desto mehr Energie verbraucht es. Wie sieht das im Alltag aus? Jeden Morgen stehen wir vor einem übervollen Kleiderschrank und überlegen, was wir anziehen sollen. Dann vor einem gut gefüllten Kühlschrank – was gibt es zum Frühstück? Danach die Frage: welche Schuhe zur Tasche, welche Ohrringe, welcher Mantel, ob Handschuhe nötig sind, und in welcher Farbe der Schal … Währenddessen verbraucht unser Gehirn kontinuierlich wertvolle Ressourcen, die es eigentlich für komplexere Denkprozesse benötigt. Offenbar haben die Anhänger des Minimalismus recht: Ein Zuviel an materiellen Di...

Minimalismus oder Essenzialismus?

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  Minimalismus vs. Essenzialismus – Warum „weniger“ allein nicht reicht In einer Welt, die immer lauter, schneller und voller wird, suchen viele Menschen nach Wegen, um mehr Ruhe und Klarheit zu finden. Minimalismus scheint dafür die Antwort zu sein: weniger Besitz, weniger Verpflichtungen, weniger Ablenkung. Doch wer tiefer blickt, erkennt schnell – „weniger“ ist nicht automatisch „besser“. Hier beginnt der feine, aber entscheidende Unterschied zwischen Minimalismus und Essenzialismus . Minimalismus: Der erste Schritt zur Befreiung Minimalismus ist eine Reaktion auf Überforderung. Er lehrt uns, loszulassen – Dinge, Termine, digitale Reize, all das, was uns überflutet. Indem wir das Überflüssige entfernen, schaffen wir Raum zum Atmen. Doch Minimalismus bleibt oft an der Oberfläche. Wenn wir einfach nur reduzieren, ohne bewusst zu wählen, was wirklich zählt , kann selbst das „Weniger“ leer wirken. Wir leben dann mit weniger Ballast – aber nicht unbedingt mit mehr Sinn. ...

Entwicklungsauffälligkeiten – und jetzt?

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  Bei vielen Kindern treten irgendwann bestimmte Schwierigkeiten auf: in der Entwicklung, im Lernen, im Verhalten oder im Prozess der Integration und Sozialisierung. Wie soll man sich in solchen Situationen verhalten – und was ist für das Kind am wichtigsten? Ruhe bewahren Kinder spüren Ihre (Un-)Ruhe, den Tonfall Ihrer Stimme und die Körpersprache – und können sich dadurch unwohl oder sogar weniger wert fühlen. Es ist daher entscheidend, Ihr Kind weiterhin so zu behandeln wie bisher – unabhängig davon, ob bereits eine Diagnose gestellt wurde oder nicht. Behandeln Sie es gleichberechtigt mit seinen Geschwistern (falls vorhanden) und bleiben Sie vor allem ein fester Halt und eine verlässliche Stütze, auf die Ihr Kind immer zählen kann. Mitleid vermeiden Vermeiden Sie Ausdrücke wie „der Arme“ oder „wie schwer er/sie es hat“ oder Gedanken darüber, „was wohl später aus ihm/ihr wird“. Setzen Sie Ihr Kind nicht in die Opferrolle , denn es besteht die Gefahr, dass es sich im La...