Entwicklungsauffälligkeiten – und jetzt?

 

Bei vielen Kindern treten irgendwann bestimmte Schwierigkeiten auf: in der Entwicklung, im Lernen, im Verhalten oder im Prozess der Integration und Sozialisierung.

Wie soll man sich in solchen Situationen verhalten – und was ist für das Kind am wichtigsten?


Ruhe bewahren

Kinder spüren Ihre (Un-)Ruhe, den Tonfall Ihrer Stimme und die Körpersprache – und können sich dadurch unwohl oder sogar weniger wert fühlen.
Es ist daher entscheidend, Ihr Kind weiterhin so zu behandeln wie bisher – unabhängig davon, ob bereits eine Diagnose gestellt wurde oder nicht.
Behandeln Sie es gleichberechtigt mit seinen Geschwistern (falls vorhanden) und bleiben Sie vor allem ein fester Halt und eine verlässliche Stütze, auf die Ihr Kind immer zählen kann.


Mitleid vermeiden

Vermeiden Sie Ausdrücke wie „der Arme“ oder „wie schwer er/sie es hat“ oder Gedanken darüber, „was wohl später aus ihm/ihr wird“.
Setzen Sie Ihr Kind nicht in die Opferrolle, denn es besteht die Gefahr, dass es sich im Laufe der Zeit mit dieser Rolle identifiziert oder sie sogar bewusst einsetzt – was seine Entwicklung behindert.


Tun Sie nicht alles für Ihr Kind

Aus übermäßiger Liebe oder Mitgefühl handeln Eltern oft zu viel anstelle ihres Kindes.
So entsteht leicht eine Haltung, die in der Psychologie als erlernte Hilflosigkeit (erworbene Hilflosigkeit) bezeichnet wird – das Kind lernt, hilflos zu sein und erwartet, dass andere alles für es tun. Dadurch verliert es wertvolle Lern- und Selbstständigkeitserfahrungen.


Erwarten Sie nicht zu viel – aber auch nicht zu wenig

Die Erwartungen sollten weder unrealistisch hoch noch entmutigend niedrig sein.
Beides kann das Kind in eine ungünstige Position bringen – entweder als „nicht gut genug“ oder als „weniger wert“.


Machen Sie sich nicht zu viele Sorgen – vor allem nicht im Voraus

In vielen Familien besteht der Glaube, dass man durch ständige Sorge negative Ereignisse verhindern kann.
Manche Menschen trauen sich kaum, sich zu freuen oder „klopfen auf Holz“ – sehr oft aus Angst.

Einige Eltern leben in ständiger Angst um ihr Kind – und blockieren dadurch normales, freudiges Handeln.
Sie glauben unbewusst: Nur wenn ich mir ständig Sorgen mache, passiert meinem Kind nichts Schlimmes.
Doch diese Haltung schadet langfristig – nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern auch dem familiären Klima. Kinder spüren diese angespannte Atmosphäre – selbst wenn sie noch nicht sprechen können.


Schaffen Sie ein ruhiges und gesundes Lebensumfeld

Sowohl für sich selbst als auch für Ihr Kind. Ohne ständige Sorgen, Nervosität oder düstere Zukunftsprognosen.

Und nein – es ist nicht egoistisch, wenn Sie sich gut fühlen!
Denn …

Sie können für Ihr Kind nur dann wirklich da sein, wenn Sie selbst körperlich und seelisch gesund und stabil sind.
Am besten – mit einer Prise Lebensfreude.

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